OHB Stiftungsprofessur an der Universität Bremen

09Jun11

OHB Systems, das ist ein Bremer Unternehmen, das Satelliten baut und wohl früher hauptsächlich mit (eindeutigen) Rüstungsaufträgen sein Geld verdient hat. Nun möchte dieser Konzern eine Professur “Raumfahrttechnologie”, welche sich mit Grundlagenforschung beschäftigen soll, für die nächsten 10 Jahre finanzieren (was u. a. natürlich auch recht kurz ist und ggf. von der Uni weiter finanziert werden müsste).

Nun weist der ASTA darauf hin, dass die Einrichtung dieser Professur der “Zivilklausel” (an der Uni darf keine militärische Forschung stattfinden) der Uni widerspricht. Das geht natürlich nicht, findet der Uni-Präsident und plant schon einmal die Klausel zu ändern (ab zu schaffen).

Die eigentlichen Probleme sind nun folgende:

  • Grundlagenforschung kann auch für militärische Zwecke verwendet werden (natürlich kann auch militärisches zivil genutzt werden)
  • (wie bereits erwähnt) müsste die Uni diese Professur ggf. nach 10 Jahren weiter finanzieren
  • OHB macht mit der Bundeswehr Geschäfte und wird Ergebnisse wahrscheinlich auch für diese nutzen

Sehr gut sind aber auch die Reaktionen auf die Debatte. Der Uni Präsident, Herr Müller, sieht das laut Weser-Kurier zum Beispiel so:

OHB betreibt nach [Müllers] Einschätzung zivile Grundlagenforschung. Es geht um Gravitationsphysik, um die Tiefe des Weltalls, eben um Grundlagenforschung pur. “Höchstens geeignet für einen Krieg der Sterne” – und der sei, meint Müller, schon lange als Idee passé

Aha. Der macht sich wohl über die gesamte Debatte lustig oder hat einfach noch nicht verstanden, dass man Grundlagenforschung auch für moderne Waffen benötigt.

Die Bildungssenatorin ist laut Weser-Kurier der Meinung:

„Weltraumforschung habe zivilen Charakter“

Stimmt natürlich überhaupt nicht (man denke an Militärsatelliten), aber vielleicht bemerkt’s ja keiner, denn dann meint sie auch gleich:

„Dieser Wissenschaftssektor ist eines der Zukunfts- und Schwerpunktthemen in Bremen.“,

so der Weser-Kurier. Also war das mit dem zivilen Charakter wohl eine Finte. Da scheint es ja (angeblich) plötzlich um alles zu gehen.

OHB stellt laut dem Weser-Kurier die Uni nun vor ein Ultimatum:

„Entweder die Uni ändert die Zivilklausel, oder wir lassen die Professur sein.“

OK. Eine Erpressung ohne etwas in der Hand zu haben. Da möchte wohl jemand den Spieß verzweifelt umdrehen. Frei nach dem Motto: Wenn ihr uns nicht wollt, wollen wir euch auch nicht. Aber so ist das ja nicht. Denn dann kommt noch dieser Knüller:

„Die Universität werde man dann auf andere Weise weiter unterstützen, sagte Fuchs.“

Hihi. Das ist genauso wie der hier:

Cheers!

Dieser Link zu diesem Thema ist auch noch sehr interessant.

Danke Joscha!



No Responses Yet to “OHB Stiftungsprofessur an der Universität Bremen”

  1. Leave a Comment

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s


%d bloggers like this: